Jörn Wendland/ Oktober 21, 2016/ Ausstellung, Comic, Geschichte, Kunst

Am 5. November eröffnet im Cölner Comic Haus eine der interessantesten Ausstellungen dieses Jahr im Bereich der sequentiellen Kunst. Kurator Ralf Palandt, ein ausgewiesener Experte des politischen Comics und Herausgeber wichtiger Publikationen wie etwa des Sammelbandes „Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics“ (2011) setzt sich anhand von Beispielen differenziert mit Holocaust-Abbildungen in Comics auseinander.

Die Vernissage ist am 5. November 2016 um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung läuft bis zum 17. Dezember 2016.


Drei Vorträge zur Ausstellung

Ausstellung "Holocaust im Comic", Cölner Comic Haus

Ein Blick in die Ausstellung, mit den Bildern der KZ-Häftlinge

Begleitet wird die Ausstellung von gleich drei Vorträgen, die das Thema Holocaust und Nationalsozialismus im Comic behandeln.  Auf der Vernissage spricht der Kurator Ralf Palandt in seinem Vortrag über „Braune Comics?! Bildergeschichten von Rechts“ (5. November), Tillmann Courth präsentiert Adolf Hitler als Comicfigur „Wie Hitler sich einmal grün ärgerte – Der Führer in US-Comicheften der 1940er Jahre“ (12. November) und Véronique Sina erzählt über den Holocaust in der sequentiellen Kunst (25. November).

Mehr zum Programm des Cölner Comic Hauses an der Bonner Straße in Köln findet ihr unter diesem Link.


Bilder von KZ-Häftlingen

Horst Rosenthal Comic "Mickey au Camp de Gurs"

Horst Rosenthals Comic „Mickey au Camp de Gurs“ aus dem Jahr 1942

In der Ausstellung sind auch Bilder von KZ-Häftlingen zu sehen. Künstler wie Horst Rosenthal, Pavel Fantl oder Helga Weissova haben trotz der unmenschlichen Bedingungen in den Lagern beeindruckende Kunstwerke geschaffen. Und im Fall von Horst Rosenthal sogar mit einem direkten Bezug zu Comics. Seine Bildgeschichte zeigt nämlich die berühmte Comicfigur Mickey Mouse, wie sie den Alltag in einem Internierungslager in Südfrankreich erlebt. Mit bitteren Sarkasmus merkt der Zeichner auf der Titelseite an, dass er die weltbekannte Ikone ohne Einwilligung von Walt Disney verwendet habe. Angesichts der tatsächlichen Lebensbedingungen im Lager nun wirklich eine Lappalie!

Eine Ausstellung, die sich lohnt!

 

 

Share this Post